Wertsteigerung im Fokus

STAYCATION: Wie ist es Ihnen seit der letzten Ausgabe des ImmoFokus ergangen? „Remote“ von daheim gearbeitet oder die „Neue Normalität“ mittels „Staycation“ im „Homeoffice“ geübt. Ganz mutige waren auf „Awaycation“ im Zillertal oder zum Golfspielen in Südafrika. Ich selbst habe Binge-Webinaring betrieben, wobei ich ehrlicherweise das eine oder andere Mal im kleinen Fenster am Bildschirmrand eher nebenher aus dem Augenwinkel zugesehen habe. Sonst mache ich das nur mit Ski-Liveübertragungen, um ab und zu mal zu sehen, ob mal wieder sechs Österreicher unter den ersten fünf sind (ist schon länger her).

AREAMA: Nicht so lange her ist die Gründung der AREAMA, ausgeschrieben: Austrian Real Estate Asset Management Association. Sie gibt Immobilien Asset Managern erstmals in Österreich eine gemeinsame Stimme und schafft eine neue Plattform, um die Berufsgruppe zu vernetzen, das Berufsbild in Österreich zu schärfen und bekannt zu machen. Und vor allem: verständlicher zu machen. Den Schulterschluss mit der Immobilienbranche bildet die enge Kooperation mit dem ÖVI, RICS und den fünf österreichischen Immobilien Hochschulen.

Ein etabliertes Berufsbild des Asset Managements gibt es weltweit schon länger. Die lokale Anwendung folgt üblicherweise regionalen Gegebenheiten und Erfordernissen, wobei in der Regel, dem Prinzip des „wer bezahlt schafft an“ folgend, den Anforderungen und Wünschen der Auftraggeber entsprochen wird. So auch in Österreich. Die immer zahlreicher nach Österreich schwärmenden internationalen Investoren erwarten auch hier eine gewohnte Betreuung der Objekte durch die unterschiedlichsten Beteiligten.

Üblicherweise geht der Part der lokalen Vertretung von originären Eigentümerinteressen naturgemäß an einen Asset Manager, der frei agieren können muss, d.h. unabhängig ist von anderen Beteiligten wie Property Manager, Makler, Facility Manager, Banken, Ingenieurbüros, etc. Nur so ist gewährleitstet, dass die Eigentümerinteressen mit klarem Fokus auf die Wertsteigerung im Vordergrund stehen und nachhaltig verfolgt werden. Das erfolgt durch eigenes Personal oder durch beauftragte Dritte. In beiden Fällen liegt die Herausforderung für die Zusammenarbeit in der intelligenten Definition von Schnittstellen über die Leistungstiefe mit den weiteren Dienstleistern, abhängig von deren Ressourcen und Fähigkeiten in Kombination mit den auftraggeberseitigen Vorstellungen über die Rollenverteilung in der Dienstleistungskette. Dabei handelt es sich nicht um einen Verdrängungsprozess bisher eingebundener Berufsgruppen, sondern um eine zusätzliche, in Österreich immer wichtiger werdende, Dienstleistung. Den Erfolg eines guten Asset Managements erkennt man daran, wie die Beteiligten zusammenarbeiten, um die gesteckten Partikularziele zu erreichen.

 

Zum Autor
Dipl.-Kfm. Frank Brün FRICS ist Managing Partner bei Phorus Management
und Gründungsvorsitzender der
AREAMA – Austrian Real Estate Asset Management Association